Philosophisch-ethische Rezensionen
(Erscheinungsdatum der rezensierten Bücher: 20. und 21. Jahrhundert)

Nicolas Dierks, Was tue ich hier eigentlich?, Hamburg 2014

Der Autor möchte mit seinem Buch mittels Philosophie das Leben verständlich machen und mithilfe von bedeutenden philosophischen Denkern der Geschichte zum eigenen Nach- und Umdenken im Alltag anregen. Er möchte dazu verhelfen alltägliche, konkrete Entscheidungen mit Überlegungen über das Leben als Ganzes in Einklang zu bringen. Dabei gilt es immer wieder zu überlegen, was man will, tun soll und was man weiß, und vor allem auch immer wieder nachzuspüren, was eigentlich wirklich für einen selbst zählt. Dabei stellt Dierks fest, dass, um ein geglücktes Leben zu führen, es eben nicht immer nur ausreicht Handlungen zu optimieren und effizienter zu gestalten, sondern auch unter Umständen notwendig wird, dass sich unser Verständnis von Situationen ändert und sich unsere Einstellungen wandeln. In den insgesamt 9 Kapiteln seines Buches widmet er sich so der Selbstfindung, spürt der möglichen Bedeutung von Religion für das eigene Leben nach, denkt über die Bedeutung unserer Träume für unser Leben nach, über das, was wir wirklich wissen und geht der Frage nach, wie es mir am besten auf richtige Weise gelingt, auf mich selbst zu hören. Er stellt dar, wie es uns eigentlich gelingt trotz Wandel immer noch dieselbe Person zu bleiben und stellt dem Leser die Frage, wie aufrichtig er gegenüber sich selbst sein möchte. Weitere Themen sind: Wie will ich gelebt haben und warum brauchen wir andere, um wir selbst zu sein.

Das populärphilosophische Buch von Nicolas Dierks besticht durch seine Anschaulichkeit und seine gute Lesbarkeit. Ein philosophisches Vorwissen wird nicht vorausgesetzt. Auch wenn der Autor sich auch immer wieder auf ältere Klassiker der philosophischen Literatur bezieht, bleiben seine Ergebnisse und Denkansätze meiner Meinung nach aktuell und tatsächlich greift er auch häufig auf moderne Forschungsergebnisse in seinen Ausführungen zurück. So empfinde ich seine Gedankengänge auch nicht als verstaubt, sondern unserer Zeit und unserem Kulturraum entsprechend, er geht also auf die tatsächlichen Fragen, Nöte und Probleme heutiger Leser ein.

Gerne empfehle ich das Buch zur Lektüre weiter, vor allem aber auch an Leser, die einen guten Ersteinstieg in das philosophische Universum suchen.

Jürgen Czogalla, 16.11.2014

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