Philosophisch-ethische Rezensionen
(Erscheinungsdatum der rezensierten Bücher: 20. und 21. Jahrhundert)

Peter Kampits: Wer sagt, was gut und was böse ist? Eine philosophische Reise, Wien 2011

Peter Kampits geht in seinem Buch in vielen kleinen Kapiteln (43 an der Zahl ohne den Nachbemerkungen) der Frage nach, was gut und böse eigentlich ist. Es werden den Deutungsversuchen in Literatur, Philosophie, Theologie, Psychologie und Naturwissenschaften nachgespürt. Auch der Frage ob es überhaupt sinnvoll ist im Gut-Böse Schema zu denken, wird nachgegangen und nach Meinung des Autors ist denn auch unser ethisches Gut-Böse Denken unverzichtbar, auch wenn andere Autoren, wie Herr Kampits nicht verschweigt, dies so nicht sehen.

Dabei gelingt es dem Autoren die vielfältigen Antworten, die Menschen auf diese Frage gefunden haben darzustellen, und dabei doch etwas in die Tiefe zu gehen - was bei diesen kurzen Kapiteln eigentlich ein kleines Kunststück ist.

Die Beiträge des Autors sind interessant, aber weil sie sehr "kondensiert" sind wird oft ein gewisses philosophisches Vorwissen vorausgesetzt, was dem unbedarften Leser das Verständnis erschweren dürfte. Trotzdem empfand ich den Sprachstil des Buches ingesamt noch als recht allgemeinverständlich, auf arg verwissenschaftlicht-verquastete Sätze verzichtet der Autor.

Den Fragen nach gut und böse geht der Autor zwar nach, liefert aber ausdrücklich keine These oder Problemlösung, die sich seiner Meinung nach auch nicht geben lässt, wie er gegen Ende seines Buches einräumt. Denn er denkt, dass je mehr man über das Böse nachdenkt, desto unerklärlicher werde seine Herkunft, seine Realität und seine Verankerung in unserem Leben. Der These mancher Autoren, dass keiner anders kann, als er ist, widerspricht der Autor an mehreren Stellen, denn er hält die menschliche Freiheit für real und nicht bloß für eingebildet. Ein lesenwertes Buch.

Jürgen Czogalla, 13.06.2011

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