25.10.2009

Philosophisch-ethische Rezensionen
(Erscheinungsdatum der rezensierten Bücher: 20. und 21. Jahrhundert)

Tatjana Tarkian, Moral, Normativität und Wahrheit, Paderborn 2009

In ihrem Buch unternimmt es die Autorin verschiedene ethische Grundlagenentwürfe neuester Zeit zu systematisieren, dafür hat sie mehrere Kategorieren: Moralischer Realismus, Naturalismus, Nonnaturalismus und Expressivismus, wobei jede dieser Hauptkategorien dann noch in sich differenziert wird. Jeweils stellt die Autorin klar, was diese Kategorien auszeichnet und welche modernen Autoren ihr zuzuordnen sind. Erreicht wird damit eine gewisse Übersicht über die derzeitigen ethische Parteiungen und ihre grundlegenden Thesen. Die Autorin scheut sich nicht auch selbst immer wieder Stellung zu beziehen und weist auf Schwächen und Stärken der jeweiligen Positionen hin. In einem abschließenden Kapitel (magere 19,5 Seiten) spricht sie sich dann für eine moralische Wahrheit als stabile gerechtfertigte Behauptbarkeit aus. Die vorgestellten Positionen werden für den unbedarften Leser meiner Meinung nach zu wenig referiert, offensichtlich wendet sich die Autorin mit ihrem Buch an Fachkollegen, die sich mit den einzelnen Positionen schon hinreichend befasst haben und so eher beurteilen können ob ihre Systematisierung denn nun stimmt. Das Buch selbst liefert zu wenig Material um dem nachvollziehend wirklich halbewegs mündig zustimmen zu können (das Buch ist mit 210 Seiten für dieses Thema auch etwas dünn geraten, wenn es denn wirklich auch dem Laien erklären will). Der Stil des Buches ist zudem stark fachwissenschaftlich geprägt, was dem außerhalb des wissenschaftlichen Betriebes stehenden den Zugang weiter erschwert. Aber vielleicht soll der ja auch draußen bleiben, wer weiß? Gerechterweise muss aber noch erwähnt werden, dass die Grundlage dieses Buches die Dissertation der Autorin ist.

Jürgen Czogalla, 19.12.2009

Impressum