Philosophisch-ethische Rezensionen
(Erscheinungsdatum der rezensierten Bücher: 20. und 21. Jahrhundert)

Alberts Ansichten zur Ethik

Auch für den Bereich der Ethik gilt, nach Albert: Es muss keine letzten Voraussetzungen geben! Ethische Systeme sollten vielmehr nicht als Dogmen, sondern als Hypothesen behandelt werden und es müsse grundsätzlich möglich sein Alternativen zu bestehenden Theorien in Erwägung zu ziehen aus denen sich dann womöglich bessere Lösungsmöglichkeiten ergeben können. Moralphilosophie soll nicht den gerade vorherrschenden Meinungen in die Hände spielen, sondern sie soll die herrschende Moral kritisch beleuchten, ihre Schwachstellen herausarbeiten und Verbesserungsvorschläge entwickeln. Das geschieht zum Beispiel durch das Suchen und Finden von Widersprüchen im Moralsystem. Albert spricht sich für ein „Brückenprinzip“ aus mit dem die Distanz von Soll-Sätzen und Sachaussagen, Wissenschaft und Ethik überwunden werden soll. Dazu dienen etwa das Realisierbarkeitspostulat (Realisierbarkeit von Sollen-Zielen soll überprüft werden) und das Kongruenzpostulat (Sollensätze sollen nicht im Gegensatz zu wissenschaftlichen Ergebnissen stehen).

Jürgen Czogalla

20.09.09