Philosophisch-ethische Rezensionen
(Erscheinungsdatum der rezensierten Bücher: 20. und 21. Jahrhundert)

Nicolas Dierks, Wie bleibe ich dieselbe Person?

Die plausibelste Theorie zur Erklärung, warum wir immer dieselben, trotz all dem Wandel, der sich mit der Zeit immer ergeben wird, bleiben, ist für Nicolas Dierks diese, die von der Objektpermanenz, bzw. von der Personenpermanenz her argumentiert. Unter Objektpermanenz versteht er z. B., dass zwei Dinge nicht gleichzeitig genau am selben Ort sein können, dass, wenn man etwas loslässt, es herunterfällt, dass wenn etwas nicht an seinem Platz ist, es jemand weggenommen hat, etc.. Auf Personen bezogen kann das etwa bedeuten, dass wir z. B. wissen, wenn jemand aus dem Zimmer geht, er wohl jetzt im Nebenzimmer ist, oder dass wir wissen, wenn wir alleine sind, wie wir uns anderen zugesellen können, etc.. Uns allen ist unmittelbar klar, dass die Zukunft unseres Körpers unsere Zukunft ist. Weil wir Subjekte mit Körpern sind, sind wir auch Teil der regulären physikalischen Welt. Eine eigene Theorie dafür, wie Körper und Geist zusammenhängen, brauchen wir nach Nicolas Dierks zur Beantwortung dieser Frage darum auch nicht. Dafür können wir aber selbstredend untersuchen, wie wir es gelernt haben, uns sowohl als körperliche, wie auch als erlebende Wesen zu begreifen und wie wir diese verschiedenen Aspekte in unserem Leben koordinieren.

Jürgen Czogalla

16.11.2014