Philosophisch-ethische Rezensionen
(Erscheinungsdatum der rezensierten Bücher: 20. und 21. Jahrhundert)

Philippa Foot: Das Gute für den Menschen

Was gut für den Menschen ist unterscheidet sich natürlich davon, was für Pflanzen und Tiere gut ist, weiss Philippa Foot. Bei Tieren und Pflanzen verweise "gut" allein auf den Erfolg in Entwicklung, Selbsterhaltung und Fortpflanzung. Trotzdem bestehe aber eine gemeinsame begriffliche Struktur: Für Mensch, Pflanze und Tier gelte nämlich, dass sich "gut" auf die Lebensweise und ihre Vollkommenheit bezöge. Um zu erkennen, was für den Menschen jeweils gut und schlecht ist müsse bedacht werden, wie der Mensch lebt und welche Art von Lebewesen der Mensch ist. Ein moralischer Defekt ist für die Autorin darum auch eine Art von natürlichem Defekt. Normativität ist "natürlich". Es geht ihr darum, dass Eigenschaften und Vollzüge des Menschen in Bezug auf ihre Rolle im menschlichen Leben gemäß natürlicher Normativität bewertet werden (im Grunde dasselbe Verfahren, dass von ihr auch für den Bereich von Pflanzen und Tieren angewendet wird). Dabei orientiert sich die Autorin an den Begriffen Funktion und Zweck (das ist eine teleologische Erklärung: Erfüllt eine Handlung sozusagen den innewohnenden Zweck menchlichen Lebens oder nicht), deren Anwendung natürlich bei unterschiedlichen Spezies auch zu verschiedenen Ergebnissen führen wird.

Jürgen Czogalla

01.11.2011