Philosophisch-ethische Rezensionen
(Erscheinungsdatum der rezensierten Bücher: 20. und 21. Jahrhundert)

Harry G. Frankfurt, Worin sich die Notwendigkeiten der Liebe von anderen Einschränkungen des Willens unterscheiden

Pathologische Einschränkungen wie Zwänge, Besessenheit oder Süchte beinhalten nicht das, was Frankfurt mit Notwendigkeit des Willens meint. Im Unterschied zu den von ihm gemeinten Notwendigkeiten der Liebe unterwerfen wir uns diesen nur widerwillig, denn sie zwingen und knechten uns. Ihre Macht ist rein äußerlich und nur ein Zwang. Für ihn wird eine liebende Person nie von Konflikten, Ambivalenzen, von Verwirrung und Instabilitäten heimgesucht, vielmehr ist sie hemmungslos, eindeutig und von ganzem Herzen. Von ganzem Herzen kommende Liebe ist zwar unwiderstehlich, aber die liebende Person identifiziert sich völlig mit dieser Notwendigkeit und übernimmt auch Verantwortung für sie. Die liebende Person hat kein Interesse daran von ihrer Liebe befreit zu werden, jedenfalls nicht, wenn sie wirklich von ganzem Herzen liebt.

Jürgen Czogalla

06.03.2016