Philosophisch-ethische Rezensionen
(Erscheinungsdatum der rezensierten Bücher: 20. und 21. Jahrhundert)

Norbert Hoerster: Die Begründung des Tötungsverbotes

Die Begründung des Tötungsverbotes sieht bei Hoerster folgendermaßen aus: Ein Individuum hat ein überragendes Interesse daran nicht getötet zu werden. Da es sich um ein dauerhaftes Interesse handelt, hat es auch ein Interesse daran, dass ein Tötungsverbot in der Gesellschaft, in der es lebt, bestand hat und dort umfassende Zustimmung genießt. Denn wenn die Norm Geltung im sozialen Umfeld hat, wird sie auch wirksamer sein. Eine Norm wie etwa "Man darf keinen Menschen außer X töten" (Diskriminierung) wäre deswegen nicht rational, weil dann jeder Bürger befürchten müsste irgendwann selbst Opfer einer solche Diskriminierung zu werden, deswegen hat jeder Bürger ein Interesse daran, dass solche Diskriminierungen ausgeschlossen werden. Jeder sollte dann auch diese Norm nach Außen vertreten um ihre Wirksamkeit zu sichern.

Jürgen Czogalla

16.03.2010