Philosophisch-ethische Rezensionen
(Erscheinungsdatum der rezensierten Bücher: 20. und 21. Jahrhundert)

Héctor Zagals und José Galindos Meinung zur Todesstrafe

Die Autoren verweisen zum Einen darauf, dass die Todesstrafe bis zu Anfang des 20. Jahrhunderts allgemein üblich war, erst danach verstärkt in Frage gestellt worden ist. Gerade ihr Heimatland Mexiko würde sich "auszeichnen" durch wachsende Gewalt und Kriminalität, so dass Stimmen lauter würden, hier wieder die Todesstrafe einzuführen. Als Argumente Pro nennen die Autoren: Das Recht auf legitime Selbstverteidigung, Todesstrafe sei bei einigen besonders brutalen Verbrechen eine angemessene Strafe, die abschreckende Wirkung der Todesstrafe. Contra Argumente der Autoren: Unschuldige könnten aufgrund z.B. von einem Justizirrtum zum Tode verurteilt werden, der Schuldige könnte sich später ja noch bessern, die Todesstrafe führe zu keiner geringeren Kriminalitätsrate, es bestehe die Möglichkeit, dass gekaufte Richter eine ungerechte Todesstrafe verhängen.

Die Autoren reflektieren anschließend wie folgt über Pro und Contra: Wenn die Todesstrafe mit der menschlichen Natur unvereinbar ist, dann waren alle bisher in der Geschichte verhängten Todesstrafen unmoralisch, auch, wie die Autoren betonen, z.B. die gegen die Nazi-Verbrecher. Egal wie grausam ein Verbrecher wäre, er würde nie die Todesstrafe verdienen. Man könne aber zum Beispiel auch die Ansicht vertreten, so die Autoren, dass die Todesstrafe erlaubt ist, aber zum Beispiel wenn jemand unter Einfluss von Alkohol oder Drogen einen Mord begangen hat, nicht angewendet werden darf. Also wenn man die Todesstrafe befürwortet, müsse man sich auch Gedanken machen, wann sie angewandt werden darf und wann nicht.

Jürgen Czogalla

21.06.2010