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Philosophisch-ethische Rezensionen
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Achim Stephan, Was wir tun können, um das Vertrauen in unsere Gefühle zu fördernNach Stephan können wir unseren Gefühlen auf dreierlei Weise meistens
vertrauen: Im Hinblick auf die Verlässlichkeit des Zugangs zu ihnen, im Hinblick darauf, dass das, was wir fühlen,
im Einklang damit steht, wie wir uns selbst verstehen wollen und schließlich noch im Hinblick darauf, dass uns unsere
Gefühle angemessen über uns sowie über Vorkommnisse in der Welt informieren. Zur 1. Hinsicht meint er, dass je präziser
wir in einer bestimmten Situation angeben können, was wir fühlen, desto größer ist die Chance, gute Handlungsoptionen
zu wählen. Daran zu arbeiten, lohnt sich also. Zur 2. Hinsicht meint er, dass sobald wir Spannungen zwischen unserem
Selbstbildnis und unseren Emotionen wahrnehmen, es ratsam ist, unser emotionales Reagieren zu verlangsamen, den Emotionen
also weniger Ausdruck zu verleihen, um dann in einem nächsten Schritt zu einer Neubewertung unserer emotionalen Reaktion
zu gelangen, mit der wir uns dann ganz identifizieren können. Und bezüglich der 3. Hinsicht weist er auf Situationen
hin, wo wir nicht ganz sicher sein können, dass unsere Gefühle die Welt richtig präsentieren, wie zum Beispiel bei Phobien
(hier ist in der Regel psycho-therapeutische Hilfe angesagt und eine passende Situationsauswahl zu treffen), starken
Stimmungen (hier hilft eine Abschwächung des emotionalen Ausdrucks, die Zeit gibt, eine Situation neu zu bewerten, und
gegebenenfalls eine passende Situationsauswahl und Situationsmodifikation), negativen existenziellen Gefühlen (um stabile
existenzielle Orientierungen aufzubrechen, bedarf es in der Regel einer entsprechenden Psychotherapie), einschränkenden
familiären Gefühlsregeln (es ist schwer, familiäre Tabuisierungen zu erkennen, es braucht dazu die Mithilfe anderer Menschen,
die uns darauf aufmerksam machen), starken religiösen oder gesellschaftlichen Normen, die uns beherrschen (in eher seltenen
Fällen werden wir zu einer Neubewertung kommen, die Begegnung mit Menschen aus einem anderen Kulturkreis kann aber unseren
Horizont erweitern), Meinungserzeugung in Echokammern (hier hilft es Passionen zu überdenken und Abstand zu bestimmten
Informationsquellen zu nehmen und mehr auf seriöse Informationen zu setzen), ein vermeintlich unbesorgtes Leben (ohne
Unterstützung von Gefühlen entstehen oft keine nachhaltigen Handlungstendenzen; bei der Vielzahl von Schreckensmeldungen
ist es aber wichtig sorgfältig auszuwählen, welche davon unsere volle gefühlsmäßige Anteilnahme erhalten sollten).
27.08.2026 |