Philosophisch-ethische Rezensionen
(Erscheinungsdatum der rezensierten Bücher: 20. und 21. Jahrhundert)

Thomas Grundmann: Was für die externalistische Erklärung von Wissen als Wissen durch sichere Gründe spricht

Grundmann nennt vier Vorteile dieser Erklärung:
  1. Wissen ist so unter logischer Implikation geschlossen, denn wenn g ein sicherer Grund ist, der die Wahrheit p im Bereich einer möglichen nahen Welt sicherstellt, dann folgt daraus, dass g auch die Wahrheit von q im Bereich dieser möglichen Welten sicherstellt, wenn q durch p logisch impliziert wird. Daraus folgt, das g auch ein sicherer Grund für q ist.

  2. Skeptische Konsequenzen können vermieden werden. Wenn das Prinzip gilt, kann ich beispielsweise nur wissen, dass ich eine Hand habe, wenn ich alles weiß, durch was diese Proposition logisch impliziert wird. Ich muss also auch wissen, dass ich z. B. kein handloses Gehirn im Tank bin. Damit ich das weiß, reichen sichere Gründe aus. Das Wahrnehmungserlebnis garantiert, dass ich auch in allen nahen möglichen Welten kein Gehirn im Tank bin, die Welt in der ich es vielleicht doch wäre, wäre viel zu weit entfernt, um das zu verhindern. Aufgrund unserer alltäglichen Gründe können wir wissen, dass Idealismus und Skeptizismus falsch sind.

  3. Es lässt sich gut erklären, warum der Skeptizismus falsch ist, auch wenn er auf den ersten Blick plausibel erscheinen mag: Nach Meinung des Autors sind nämlich sichere Gründe für gewöhnliche Propositionen zugleich auch zwingende Gründe, trotzdem ist es aber falsch zu meinen, dass die für Wissen erforderlichen Gründe immer zwingend sein müssen. Das trifft eben immer dann zu, wenn die möglichen Welten, in denen eine sichere Proposition plötzlich falsch wäre, einfach zu weit von der aktualen Welt entfernt wäre. Es fehlen dann zwar die zwingenden Gründe dafür, dass ich mich nicht in einer skeptischen Situation befinde, dagegen sind aber immerhin sichere Gründe dafür vorhanden, nicht in einer skeptischen Situation zu sein und also auch Wissen davon zu haben.

  4. Was zum Bereich wahrer, relevanter Welten gehört, steht objektiv und unabhängig von der Perspektive des Betrachters fest.

Jürgen Czogalla

10.07.2013