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Philosophisch-ethische Rezensionen
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Barbara Bleisch, Kirsten Meyer, Stefan Riedener, Dominic Roser, Christian Seidl, Besser um die Zukunft streiten, München 2026Im Vorwort erklären die Autoren, was sie hier versuchen möchten, nämlich zu zeigen,
dass man besonnen, vernünftig und lustvoll über die Zukunft des Planeten diskutieren kann, dass also ein konstruktives Gespräch
hierzu möglich ist. Dabei sollen alle Argumente ernst genommen und geprüft werden und zwar ergebnisoffen, so das Ideal. Dabei
geht es auch darum zu schauen, welche Werte und Normen den einzelnen Narrativen zugrunde liegen und welche Argumente wirklich
schlüssig sind und dann auch wirkliche Orientierung bieten können. In dem Buch werden in 5 Abschnitten 20 Phrasen oder Schlagsätze
untersucht und bewertet, die die gegenwärtige Klimadebatte prägen. Wie z.B. „Hört einfach auf die Wissenschaft“, „Wir leben
doch in der besten aller Zeiten“, „
Im Alleingang kann ich ohnehin nichts bewirken“, „Wir müssen beim Bevölkerungswachstum ansetzen“,
„Klimaschutz ja, aber bitte nicht auf Kosten der Freiheit“. Dabei geht es den Autoren nicht um eine Meta Debatte über die Qualität
des Diskurses, sondern wirklich um eine wirkliche inhaltliche Auseinandersetzung um die besten Klimaschutzmaßnahmen. Und die
sind nach Meinung der Autoren auch wirklich nötig. Klimaleugner finden hier also keine Argumente für ihre Position.
Die Autoren des Buches sind alles sehr respektable Philosophen. Wer nun etwa aber meint, er könnte hier einen dezidierten Beitrag z.B. von Barbara Bleich finden, wird enttäuscht. Die einzelnen Beiträge werden nämlich keinem bestimmten Autoren zugeordnet und erscheinen so als dezidiertes Gemeinschaftswerk. Auch stilistisch sind sie sehr einheitlich geschrieben. Also: Für Freunde des Klimas gibt es hier einige Argumentationshilfen bei Konfrontation mit gängigen (Anti-)Klimaschutzphrasen, allerdings ist das Buch (es liegt mir als Amazon Kindle e-Book vor) mit nur 95 wirklich primär relevanten Seiten – der Rest sind Anmerkungen und Infos zu den Autoren, das sind bei mir stolze 25% des Gesamtbuches -, sehr dünn. Die Argumente sind verständlich, pointiert und nachvollziehbar vorgebracht. Lesenswert, aber der Anteil von primär nicht relevantem Text ist für mich bei so einem kleinen Buch deutlich zu hoch. Jürgen Czogalla, 15.03.2026 ![]()
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