Philosophisch-ethische Rezensionen
(Erscheinungsdatum der rezensierten Bücher: 20. und 21. Jahrhundert)

Svenja Flaßpöhler, Florian Werner, Zur Welt kommen. Elternschaft als philosophisches Abenteuer, München 2019

Die Autoren sind verheiratet und dabei zwei Kinder großzuziehen, ein Mädchen und einen Jungen. Sie haben sich über die Jahre Notizen zu ihrer Elternschaft gemacht, die sie jetzt zu einem Buch verarbeitet haben. Beide sind philosophisch hoch gebildet und das fliest denn auch, wie der Titel es verspricht, in das Buch ein. Das Buch ist zweigeteilt, ein Kapitel widmet sich der erstgeborenen Tochter, das zweite dem nachgefolgten Sohnemann. Die Beiträge zu den Kapiteln sind immer recht kurz und wirken spontan, eben das, was den Autoren in dieser Zeit aufgestoßen ist. Ob Flaßpöhler oder Werner den kleinen Gedankenblitz von wenigen Seiten von sich gibt, wird gekennzeichnet. Manchmal wird ein Beitrag auch plötzlich von einem der Partner mit einem Gegenargument oder weiteren Hinweisen kurz unterbrochen - die beiden sind eben nicht immer einer Meinung. Die kurzen Themen reichen vom Kinderwunsch, Geburtsschmerzen, Namensgebung, Babysitting und zum Schluss dem Entrümpeln der alten Sachen, nachdem die Kinder doch schon etwas größer geworden sind. Oft entzündet sich die Reflexion der Autoren einfach auch aus philosophischer Lektüre, die sie nebenher gelesen haben und die sie dann auch immer mal wieder zitieren. Es wird hier also kein irgendwie zusammenhängendes philosophisches Werk über Kinderkriegen und Erziehung geliefert, sondern lockere, unterhaltsame Gedanken zu Ereignissen, die den Autoren während ihrer Elternphase gekommen sind.

Mir hat das Buch gut gefallen. Die Autoren wissen sich gefällig und unterhaltsam auszudrücken. Wie allerdings fast nicht anders zu erwarten bei einem so hochgebildeten Paar wirken einige Gedankengänge auf mich schon etwas überkandidelt und verschroben, aber immer sympathisch. Es sind Gedanken, denen man anmerkt, dass sie den Autoren etwas bedeuten und wirklich mit ihrem privatesten Leben zu tun haben, auch wenn eben oft auch einfach aus philosophischer Literatur zitiert wird. Ein sehr nettes, authentisches Buch, das man gut auch jungen und werdenden Eltern verschenken kann, die gerne einmal erfrischende, tiefergehende Gedanken von einem Paar haben möchten, das in gleicher Lebenssituation ist. Nicht nur unterhaltsam, sondern auch irgendwie tröstend, mutmachend und hilfreich. Flaßpöhler und Werner jedenfalls scheinen ihre Aufgabe bei allen Tücken und Kanten insgesamt ja ganz gut zu meistern - wie ganz, ganz viele tapfere und liebende andere Eltern auch!

Jürgen Czogalla, 14.04.2019

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