Philosophisch-ethische Rezensionen
(Erscheinungsdatum der rezensierten Bücher: 20. und 21. Jahrhundert)

Jan Rommerskirchen, Das Gute und das Gerechte. Eine Einführung in die praktische Philosophie, 2. Auflage, Wiesbaden 2018

Neben einer Einleitung und einem kurzen Kapitel über Ethik als Wissenschaft stellt der Autor in dem Kapitel „Grundlagen der Ethik“ drei ethische Strömungen an jeweils prominenten Autoren dar, nämlich teleologische Ethik (Aristoteles), utilitaristische Ethik (Hobbes, Smith, Bentham, Mill) und deontologische Ethik (Kant). Es folgt das Kapitel „Sozialethik“ mit Rawls, Singer, Nozick und Sandel, das Kapitel „Wirtschaftsethik“ mit Nell-Beuning, Homann und Etzioni, das Kapitel „Gerechtigkeitstheorien“ mit Rawls, Sen, Taylor und Walzer gefolgt von einem zusammenfassenden Schlusskapitel.

Es gefällt, dass der Autor vor jedem Kapitel kurz auch aktuelle ethische Probleme vorstellt und am Ende dann aufweist, wie die Lösung dafür von der jeweils vorgestellten ethischen Theorie wohl aussehen würde.

Einige wichtige ethische Theorien werden allerdings nicht erläutert, so fehlt etwa komplett die analytische Schule des 20. Jahrhunderts und mit ihr auch alle metaethischen Überlegungen, auch etwa Habermas‘ Diskursethik wird man vergeblich suchen. Gelegentlich wirft der Autor auch kleine lateinische Sentenzen ein, die unübersetzt bleiben. Im Ganzen ist das Buch aber dennoch verständlich geschrieben.

Es hat mir besonders gut gefallen, dass der Schwerpunkt der auf das Kapitel „Grundlagen der Ethik“ folgenden Kapitel auf zeitgenössischer oder zumindest unserer Zeit noch recht naher Theorien stand.

Das Buch ist meiner Meinung nach tatsächlich eine gute Einleitung die zum Unterstützen und Fördern von aktivem Mitdenken in ethischen Fragen hinführt, Interesse weckt und Kompetenzen stärkt. Es geht dabei aber nicht in eine solche Breite, die ich mir von einer idealen Einführung erwarte.

Jürgen Czogalla, 21.10.2018

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