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Philosophisch-ethische Rezensionen
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Svenia Flaßpöhler, Keine Bleibefreiheit ohne BewegungsfreiheitDen Begriff Bleibefreiheit übernimmt Flaßpöhler von der zeitgenössischen
deutschen Philosophin Redecker, stellt ihn aber in den Kontext einer monogamen Treuebeziehung und arbeitet ihn weiter
aus. Bleibefreiheit ist für sie nicht durch Verbote, sondern nur durch die Freiheit der Wahl zu verwirklichen. Nur wer
gehen kann, kann auch aus Freiheit bleiben. Denn, so Flaßpöhler, würde die Möglichkeit der Wahl fehlen, wäre der Ort,
an dem ich jetzt bin, eben doch nur ein Gefängnis. Die Freiheit der Monogamie verdankt sich für sie darum maßgeblich
in den anderen Optionsmöglichkeiten, die sich dann und wann z.B. in Hotels oder anderswo ergeben. Erst die Möglichkeit
des Seitensprunges versetzt uns ihrer Meinung nach in die Lage, dem Partner als einzigen Sexualpartner zu wählen. Die
Macht des Reizes wird durch die Macht der Wahl übertrumpft, sodass Bleibefreiheit zwar immer auch eine Entsagung, aber
eine aus Freiheit ist. In dem Nein des Verzichts ist immer auch ein Ja zum Bleiben enthalten, ein Ja zu diesem Menschen,
bei dem man im Augenblick seiner Wahl bleibt, ein Ja zur Treue. Flaßpöhler sieht dabei ihr Ja nicht als eine Treue, weil
sie meint, sie wäre im Besitz ihres Mannes, also als sein Besitztum, sondern sie ist treu, weil sie sich selbst wählt.
18.10.2026 |