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Philosophisch-ethische Rezensionen
(Erscheinungsdatum der rezensierten Bücher: 20. und 21. Jahrhundert)

Jürgen Manemann erklärt, was Dummheit ist

Manemann nimmt u.a. auf Bonhoeffer Bezug, der Dummheit als menschlichen Defekt sieht, der sich seltener bei Menschen zeigen würde, die einsam und abgeschlossen leben. Er sieht es als soziologisches Problem, als psychologische Begleiterscheinung bestimmter äußerer Verhältnisse. Durch den überwältigenden Eindruck von Machtentfaltung, so referiert Manemann Bonhoeffer, wird den Menschen die innere Selbständigkeit geraubt und lässt sie zuletzt zu einem willenlosen Instrument und zu allem Bösen fähig werden, ohne dies als Böse zu erkennen. Wer argumentativen Diskurs mit Dummen sucht, läuft dabei Gefahr die Dummheit geradezu noch anzufeuern. Auch der Versuch mit dem Dummen eine Beziehung aufzubauen, scheitert. Es gibt nur einen Weg: Innere und äußere Befreiung. Wichtig ist, eine mitfühlende Sensibilität wiederzugewinnen. Für den Theologen Bonhoeffer, so stellt Manemann fest, ist die innere Befreiung des Menschen zum verantwortlichen Leben vor Gott die einzig wirkliche Überwindung der Dummheit.

Jürgen Czogalla

20.09.2026