Philosophisch-ethische Rezensionen
(Erscheinungsdatum der rezensierten Bücher: 20. und 21. Jahrhundert)

Frank Ochmann: Was versteht man unter sozialem Kapital?

Der Begriff "soziales Kapital", so Ochmann, geht auf den amerikanischen Landschullehrer Lyda Judson Hanifan zurück (anfangs des 20. Jahrhunderts), wurde in den 90er Jahren dann von Robert D. Putnam aufgegriffen und wieder ins Gespräch gebracht. Für die menschliche Moral gilt nach Frank Ochmann: Halten sich die Mitglieder einer Gruppe an die geltenden Verhaltensmaßregeln bietet das Verläßlichkeit und Sicherheit im Umgang miteinander und durch die gegenseitige Anerkennung wird ein positives Grundgefühl vermittelt, welche das Leben erst so richtig lebenswert macht. Durch die so gewonnene Kooperation, allgemeine Achtung und gegenseitige Rücksichtsnahme, die durch die allgemeine Regelbefolgung entsteht, entwickelt sich dann ein gesellschaftlicher Mehrwehrt, das soziale Kapital. Ein Indikat für das soziale Kapital ist nach Ochmann, wie es um das gegenseitige Vertrauen als Grundgefühl einer Gemeinschaft bestellt ist, nämlich je positiver, desto besser, denn: Welche Werte in einer Gesellschaft angenommen werden, hängt maßgeblich davon ab, dass in einem Vertrauensverhältnis beobachtete Handlungen verinnerlicht werden. Aus einer depressiven, ohne Vertrauen ineinander vorherrschenden Stimmung heraus ist es schwer Energie für eine positive Entwicklung zu gewinnen.

Jürgen Czogalla

13.02.2011